Achtsam, aktiv und nah am Alltag der Jugendlichen
Auch in diesem Schuljahr zeigt sich erneut, wie ernst unser Gymnasium das Thema Suchtprävention nimmt: Stefan Mettler und Patrizia Klopotek, die beiden verantwortlichen Lehrkräfte für diesen Bereich, waren in dieser Woche mit dem Medienkoffer in sämtlichen 7. Klassen unterwegs. Unterstützt wurden sie dabei von den engagierten Schülerinnen Chiara, Naemi und Caroline aus der Jahrgangsstufe 9 – ein Team, das mit Fachwissen, Offenheit und viel pädagogischem Feingefühl das Thema Mediensucht beleuchtete.
Reflektieren, Verstehen, Einordnen
Zu Beginn stand eine kurze Selbstreflexion im Mittelpunkt: Wie viel Zeit verbringe ich mit Smartphone, Social Media oder Computerspielen? Welche Rolle spielen digitale Medien in meinem Alltag?
Auf dieser Grundlage diskutierten die Klassen mit Herrn Mettler und Frau Klopotek, was eine Sucht eigentlich ist, welche stoffgebundenen und welche verhaltensbezogenen Süchte es gibt, und warum gerade Mediennutzung für Jugendliche ein sensibles Thema sein kann.
Fallbeispiele: Problemfelder erkennen, bevor es kippt
Besonders intensiv arbeiteten die Schülerinnen und Schüler an zwei Fallbeispielen aus dem Bereich Social Media und Gaming. Beide Szenarien zeigen typische Entwicklungen einer Mediensucht und halfen den Jugendlichen zu erkennen:
Wann wird Mediennutzung problematisch?
Wo liegen kritische Kipppunkte, an denen man sein Verhalten bewusst überprüfen und gegensteuern sollte?
Welche Warnsignale sollte man ernst nehmen?
Die Klassen diskutierten beispielsweise Situationen, in denen schulische Leistungen leiden, soziale Kontakte vernachlässigt werden oder das eigene Wohlbefinden zunehmend von Likes, Online-Bestätigung oder dem nächsten Level im Spiel abhängt. Durch ihre Nähe zum Alltag der Jugendlichen führten die Fallbeispiele zu vielen offenen Gesprächen und persönlichen Einsichten.
„Crater of Addiction“: Verhalten einschätzen lernen
Im Anschluss ordneten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Situationen nach den Kategorien „unproblematisch – riskant – exzessiv“ ein.
Der „Crater of Addiction“ half ihnen dabei, Alltagsverhalten besser einzuordnen und zu verstehen, wie sich Gewohnheiten langsam in riskantes Verhalten verwandeln können. Dabei kamen zahlreiche Alltagserfahrungen zur Sprache, die zeigten, wie präsent Medien im Leben junger Menschen sind.
In diesem Zusammenhang wurden auch die gesundheitlichen Risiken und möglichen Folgen einer Mediensucht thematisiert, darunter Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, sozialer Rückzug, Leistungsabfall oder psychische Belastungen durch ständige Erreichbarkeit und digitalen Druck.Schutzfaktoren stärken
Zum Abschluss sammelten die Klassen gemeinsam Ressourcen, die helfen, ein gesundes Medienverhalten zu bewahren: Hobbys, Sport, Freundschaften, feste Bildschirmzeiten, bewusste Pausen und der Austausch mit Familie und Freunden.
Diese Schutzfaktoren stärken Jugendliche darin, kritisch auf ihren Medienkonsum zu schauen und kompetent eigene Grenzen zu setzen.
Ein starkes Präventionskonzept – eingebettet in ein umfassendes Curriculum
Die Unterrichtseinheiten dieser Woche sind Teil des fest verankerten Curriculums zur Suchtprävention, das alle Schülerinnen und Schüler im Laufe ihrer Schulzeit durchlaufen. Dazu gehören u. a. Projekttage zu den Themen: Rauchen & Vapes, Alkohol, Cannabis, Essstörungen und Mediensucht. Unterstützt wird das Team auch noch von Nina Hoppe.
Das Gymnasium arbeitet hierfür seit Jahren erfolgreich mit den anderen weiterführenden Schulen in Wülfrath, der Caritas-Beratungsstelle sowie dem Kinder- und Jugendhaus zusammen. Es gibt einen aktiven Arbeitskreis, der sich regelmäßig trifft und sich über die aktuellen Entwicklungen in Wülfrath und den einzelnen Einrichtungen austauscht. Dabei werden gemeinsame Präventionsprojekte geplant.
Ergänzt durch die Medienscouts
Ein wichtiges zusätzliches Element sind die Medienscouts, ein Peer-Projekt unter Leitung von Elif Saral und Alexandra Jörrens. Die ausgebildeten Schülerinnen und Schüler beraten rund um digitale Themen, helfen bei Problemen im Umgang mit Medien und stehen ihren Mitschülerinnen und Mitschülern auf Augenhöhe zur Seite.